Jeden Tag über den Tellerrand – Feb. 2019

Florian Hamberger, Robotik und Applikationstechnik

Noch ganz frisch nach der Technikerschule wieder in meiner alten Heimat, der ASIS GmbH, wo ich auch meine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik absolvierte, wurde ich mit dem spannenden Entwicklungsprojekt ASIS AOB (Automatische Oberflächenbearbeitung) betraut.

Das Ziel dabei ist es einen Prozess zu entwickeln, der vollautomatisch Fehler im Klarlack von frisch lackierten Karosserieteilen erkennt, diese dann durch gezieltes Punktschleifen und Polieren bearbeitet und so eine fehlerfreie Oberfläche gewährleistet. In unserer Versuchszelle in Landshut optimieren wir im Moment den gesamten Prozess. Drei Roboter von Kuka arbeiten Hand in Hand und erkennen Fehler auf einem Bauteil, z.B. einer Motorhaube, beurteilen diese nach Kategorien und bearbeiten sie abschließend. Alles vollautomatisch. Das ist nicht nur technisch anspruchsvoll, sondern auch optisch sehr ansprechend, wovon sich unsere Kunden bei ihren Besuchen regelmäßig überzeugen dürfen. Die technischen Details sind dabei gar nicht so leicht zu erfassen wie man denkt. Einflussgrößen wie z.B. Lackhärte, Lackzusammensetzung, Anpresskraft der Schleif- und Polierwerkzeuge, Schleifmittelart und Größe des zu bearbeitenden Fehlers wirken sich oft aufeinander aus und können bei jedem Fehler oder Bauteil anders sein. Aus diesem Parameterwildwuchs ein einheitliches „Rezept“ zu erarbeiten ist nicht ganz einfach und wir haben viele lange Tage und Wochen damit zugebracht uns an geeignete Parameter heranzutasten.  Der Mehrwert für den Kunden ist dabei enorm. Die manuelle Fehlernachbearbeitung ist im Moment eine der aufwändigsten und fehleranfälligsten Bereiche der Automotiven Produktion. Bei Neuanlagen kann hier durch den Einsatz von Robotern langfristig Kapital gespart und die Zuverlässigkeit der Produktion erhöht werden.

Das Herausfordernde bei den Projekten ist für mich ihre Vielseitigkeit. Nicht nur die unzähligen technischen Details beschäftigen mich täglich bei der Arbeit, sondern genauso der Aufbau von Kundenbeziehungen. Bevor ich bei ASIS angefangen habe, konnte ich mir noch nicht vorstellen persönlich mit Managern und Ingenieuren aus der ganzen Welt zusammenzuarbeiten, habe aber schnell gemerkt, wie viel Spaß mir diese Arbeit macht. So kann ich nicht nur mein technisches Interesse jeden Tag ausleben, sondern arbeite auch mit vielen interessanten Menschen zusammen. Die Mischung aus Beidem und die Herausforderung jeden Tag neue Wege zu denken, ist für mich die größte Motivation bei der Arbeit und diese findet man bei ASIS reichlich.

Ich bin schon gespannt auf den Serieneinsatz des Prozesses und auf die weiteren kommenden Projekte in diesem Jahr.