Lackieranlage bei den Briten – Dez. 2018

Johannes Germaier, Planung- und Projektierung

Nach dreieinhalb Jahren bei der ASIS GmbH ist es noch keinen einzigen Tag langweilig geworden.

Wenn ich auf dieses Jahr zurück blicke, sehe ich ein sehr abwechslungsreiches Jahr mit vielen spannenden Herausforderungen und Aufgaben.

Gleich im ersten Quartal hat sich die ausgiebige Offlineprogrammierung und Vor- Inbetriebnahme einer Anlage bei uns in Landshut bezahlt gemacht. Hier haben wir den Auftrag für eine vollautomatische Roboterlackieranlage mit 12 Robotern, inklusive Farbversorgung erhalten. Die Farbversorgung hat neben mehreren Primer- und Klarlacksystemen zwölf Highrunner Basecoat- Ringleitungen und zusätzlich fünf molchbare Sonderfarbstationen für Farben, die nicht so oft lackiert werden. Der Vorteil dieser Systeme ist, dass man beim Spülen einen Großteil der Farbe zurückgewinnen kann. Das ist bei einer Ringleitungslänge von 80 Metern auch wichtig! Angesteuert wird das alles von einer einzigen SPS.

Fertig aufgestellt und montiert in Telford, England konnte die Inbetriebnahme der Software beim Kunden, bei typisch englischem Regenwetter, beginnen. Die Anlage sollte Ende Februar fertig lackierte Bumper (Stoßstangen) und andere Anbauteile für Jaguar und Land Rover liefern.  In der Steuerungstechnik wechselten wir uns auf der Baustelle ab, teilweise waren wir aber – neben Elektrikern, Mechanikern und Robotikern – auch zu viert aus der Softwareabteilung vor Ort. Einer kümmerte sich um den Farbmischraum, einer um die Visualisierung, ein Kollege und ich nahmen die Roboteransteuerung, die Applikationstechnik sowie die Schnittstellen zu den externen Anlagen wie Förder- oder Verfahrenstechnik in Betrieb. Die Applikationstechnik, das Herz der Anlage, Bestand im Primer und Clearcoat aus Zweikomponenten-Systemen (Stammlack und Härter); im Basecoat aus einer Applikation für Einkomponentenlacke. Die größte Herausforderung hierbei war, dass wir alle gleichzeitig auf einer Siemens-SPS gearbeitet haben und wir deshalb erstmals mit dem Multiuser – Projekt im Siemens TIA Portal Bekanntschaft machen durften. Hier gab es ab und zu Probleme mit dem Synchronisieren des Server-Projekts und der daraus folgenden Inkonsistenz der Daten. Das kostete uns einiges an Zeit, aber wir schafften es mithilfe mehrerer, langer Inbetriebnahmetagen, den geplanten Produktionstermin zu halten.

Zur Abwechslung,  zu diesen Tagen, unternahmen wir z.B. ein Tagesausflug nach London – London an einem Tag zu Fuß – oder eine Sonntagsfahrt an die walisische Westküste. Beide Male hatten wir, ganz untypisch, puren Sonnenschein. Nur bei einer Fahrt nach Cardiff war es ein bisschen kühl und regnerisch.

 

Das alles ereignete sich im Laufe des Frühjahrs. Anfang 2018 konnte ich mir nicht vorstellen, wie abwechslungsreich dieses Jahr werden wird, nun bin ich auf 2019 gespannt!